Ich wusste, worauf ich mich eingelassen habe. Süße Verführung und geistige Schwäche sind ein Cocktail, den man besser nicht probiert. Ich habe daran geglaubt, dass es dadurch einfacher wird. Dass ich meine Gefühle damit etwas erträglicher machen kann. Wie dumm ich war, zu denken, dass es ein Ventil sein könnte, das den Druck von der Seele und dem Herzen nimmt. Es ist keineswegs etwas in dieser Art. Es ist ein Staudamm, der alles in einem lässt, was geschah und geschieht. Es versperrt alle Ausgänge für Tränen, Träume und Gefühle. Ein Gift für Geist und Sinne. Die Gedanken sind durch den Rauch von jedem Zug wortwörtlich vernebelt. Ich traf Entscheidungen, ohne die langfristigen Auswirkungen erkennen zu können. Es ist einfach nur ein dreckiges Gefühl.
Irgendwann kam ich an den Punkt, an dem ich mir nur noch wie ein jämmerliches, erbärmliches Häufchen Dreck vorkam. Ich wusste, dass ich etwas ändern muss. Schon lange bevor ich an diesem Abgrund stand. Doch musste ich springen, um davonzukommen. In diesem Abgrund erwartet mich ein Sturm aus Albträumen, der mich tagelang stürzen und an die scharfen Wände der Klippen schlagen lässt. Dort befinde ich mich jetzt in diesem Augenblick. Schmerzen, Kontrollverlust über den eigenen Körper und Albträume, die sich anfühlen, als würde ich in einem Tsunami aus Blut und Angst ertrinken.
Ich bin es gewohnt, schlecht zu träumen. Ich weiß nicht mehr, ob ich im letzten Jahr überhaupt einen Traum hatte, der mich mit Glück erfüllt hat. Und seit September träumte ich überhaupt nicht mehr. Doch diese Bilder sind anders, als normale Träume. Stunde für Stunde wache ich auf. Aufgrund der schrecklichsten Szenarien, die sich mein Kopf nur vorstellen kann. Verluste, durch Tod und verblassende Beziehungen zu anderen. Menschen die ich liebe kehren mir ihren Rücken oder die Spitze eines Messers zu. Oder ich bin derjenige, der das Blut meiner Liebsten vergießt. Dabei scheint alles so real, als wäre ich nicht im Traum, sondern in einer anderen Welt, welche mich festhält, bis ich diese Bilder gesehen habe.
Die Zeit in der ich mich betäubte, war die Ruhe vor dem Sturm, den ich gesät habe. Und je ruhiger und länger diese Zeit ist, desto heftiger tobt er am Ende. Ich habe furchtbare Angst zu schlafen. Seit 3 Nächten tu ich das auch kaum, ohne immer wieder schweißgebadet aufzuwachen und am ganzen Körper zu zittern. Mir ist kalt, egal wie warm der Raum ist, in dem ich mich befinde. Denn diese Kälte kommt von innen. Es ist wie Fieber, welches durch meinen Körper wandert. Nur fühlt sich Fieber angenehmer an. Im Laufe der Tage wird es wahrscheinlich noch schlimmer. Mir ist bewusst, dass ich diesen Weg aus eigener Entscheidung gegangen bin, von Anfang an. Dennoch hoffe ich, dass mir irgendwer ein bisschen Mut und Kraft schenken kann, um den Weg durch diese Hölle zu überstehen. Auch wenn es das nicht unbedingt weniger schlimm macht, was ich erleben werde. Doch vielleicht komme ich dann besser darauf klar, wenn ich mich dabei nicht allein fühle. Ich bin jedem dankbar, der mir einfach nur ein Lächeln auf's Gesicht zaubern und mich einen Moment ablenken kann.
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