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Samstag, 29. Juni 2013

Wheel of time

Die Zahl "Pi" ist wohl jedem bekannt.
Für die, die nicht mehr wissen, wofür man sie einsetzt, erkläre ich es kurz.
Pi ist die Zahl, mit der man den Radius eines Kreises multipliziert, um den Umfang zu berechnen. Sprich, wie weit man ein Rad rollen muss, damit es wieder auf dem Punkt steht, auf dem man anfing, es zu drehen.


Wenn man das ganze philosophisch betrachtet, ist Pi ein Ereignis oder ein Tag, der sich irgendwann wiederholt. Und der Kreis ist das Rad der Zeit. Es dreht sich, doch irgendwann erlebt man einen Moment aus früherer Zeit noch einmal. Vor mehr als eineinhalb Jahren war für mich so ein Tag, den ich nie vergesse. Ich habe es schon mehrere Male niedergeschrieben, also tue ich es heute mal nicht.

Die Angst, dass sowas in der Art noch einmal passieren könnte, begleitet mich wie eine Zecke im Nacken. Sie ist unangenehm, doch kaum einer merkt, dass etwas nicht stimmt. Sie belästigt mich, frisst mich auf, bringt Übel über mich. Doch ich kann sie nicht einfach abwerfen, dafür hat sie sich zu fest in mein Fleisch eingegraben.

Und jetzt, wie ein beschworener Geist in neuem Kleid, kommt diese Angst wieder, um mich wieder zu quälen. Ich will nie wieder einen Menschen verlieren. Nicht so, nicht auf diese Art. Es dreht sich, das Rad der Zeit und die Angst vor Tag "Pi" wird immer größer. Solange irgendetwas in meiner Macht steht, werde ich nicht zögern zu handeln. Solange ich lebe, werde ich etwas dagegen tun, dass Menschen sich so etwas antun. Ich weiß, wie sie sich fühlen, habe denselben Mist durchgemacht. Vielleicht ist es bei anderen krasser, vielleicht auch nicht. Aber ihr Ziel ist eines ohne Aussicht auf Triumph und Jubel.

Freitag, 21. Juni 2013

Der Befund war echt beschissen.

Was ist bloß los mit mir? Nie im Leben war ich eifersüchtig, außer mir wurde ein Grund dafür gegeben. Ich habe nie einen Menschen so sehr vermisst. Habe mir nie solche Gedanken gemacht. Und jetzt auf einmal, genau bei diesem Mädchen drehe ich völlig durch?

Was ist bloß los mit mir? Sofort, wenn eine Nachricht oder ein Satz von ihr kommt, der mir auch nur ein kleines bisschen Sorgen bereitet, geht es mir schlecht. Und zwar richtig. Ich mache mir Vorwürfe, dass ich schuld daran bin. Ich frage, was los ist, aber sie verschweigt mir jedes mal den wahren Grund. Warum? Vertraut sie mir nicht? Denkt sie, ich verstehe sie nicht? Fehlt mir die Feinfühligkeit, um ihr dabei zu helfen?
Hat sie vielleicht Angst?

Nachdem ich von Becca zurück war, war irgendetwas anders.. an meinen Gefühlen zu meiner Freundin hat sich nichts geändert, im Gegenteil. Ich habe gemerkt, wie sehr sie mir eigentlich fehlt, wenn wir uns mal nicht sehen können. Wie oft ich an sie denken muss und wie schön es ist, sie wieder zu sehen. Aber sie verhält sich auf einmal eigenartig. Scheint die ganze Zeit schlecht gelaunt zu sein. Sich gar nicht auf mich gefreut zu haben. Es tut mir einfach nur weh, wenn man den Menschen nach 2 Tagen, die man 400km von zuhause weg war, sieht und dieser einen für den Großteil der Zeit einfach links liegen lässt..

Wer weiß, vielleicht mache ich mir mal wieder zu viele Sorgen und ich sehe nur das, was ich fürchte zu sehen.

Ich hoffe, es ist nur Einbildung.. bitte, lass es nur Einbildung sein.

Dienstag, 18. Juni 2013

Dein Herz, mein Puls, ein Takt.

Mal abgesehen von der Entstehung des Universums und der Dummheit einiger Menschen gibt es nur eine Sache, die ich weder in Worte fassen, noch beschreiben kann.


Liebe. 


Man trifft einen Menschen in seinem Leben, der einem nach ein paar Minuten schon nicht mehr aus dem Kopf gehen will. Vielleicht will der Kopf auch nicht, dass er aus ihm verschwindet. Womöglich ist es auch das Herz, das sagt: "Halte sie gut fest, sie ist ein toller Mensch.". Egal, wer oder was dieses Gefühl hervorruft, ich kann es nicht erklären. Biologen nennen es Hormone. Mathematiker Berechnung. Soziologen sprechen von Sympathie. Gläubige von Bestimmung oder Schicksal. Ich nenne es einfach nur "Wunderbar.".

So etwas ist mir vorher nur ein einziges Mal passiert. Aber darüber möchte ich heute nicht schreiben, das ist alles Vergangenheit und nicht mehr wichtig.

Am 10. Mai 2013 passierte es dann, dass ich noch einmal so einen Augenblick erlebte. Ich saß mit meinem Bruder und einem Freund ziemlich zugedröhnt auf einer Bank vor meinem Lieblingsort: Dem Inihaus. Wir unterhielten uns über Schnabeltiere, Kanarienvögel, Hipster und haben uns über das Leben gefreut. Einen gefühlten Augenblick später (könnte auch eine halbe Stunde gewesen sein, ich bin mir nicht mehr ganz so sicher) sagte mein Kumpel: "Da sind Chris, bla bla bla und Katha!".
Ich sah zu dir, stand auf und gab dir die Hand. "Hey, ich bin Jan.".
Du sagtest dann, dass wir uns kennen und ich war wohl sichtlich verwirrt, denn du fingst an zu lachen. Ich musste lächeln, war aber immer noch durcheinander. "Woher das denn?" fragte ich dich mit hochgezogener Augenbraue. Und dann erzähltest du mir, dass du mich ab und zu mal in der Schule sahst und wir eine Zeit lang per ICQ geschrieben haben. Ich wusste davon leider nichts mehr, aber du hast nicht gelogen. Wir haben uns den ganzen Abend über unterhalten. Ob in der Runde mit anderen oder nur wir beide. An die Themen erinnere ich mich leider nicht mehr, aber ich weiß, dass es sehr schön war. Als du gehen musstest, nahm ich dich in den Arm, doch du bliebst noch dort. Also umarmten wir uns noch einmal, als du dann wirklich gingst... vorerst. Du kamst noch einmal wieder. Ich nahm an, dass du noch etwas mit jemandem besprechen wolltest. Das war mir aber egal, denn mein einziger Gedanke war: "Du musst sie noch einmal knuddeln, wer weiß, wann  du es das nächste mal tun kannst.". Also tat ich es und sah dir hinterher, als du langsam aber sicher im Dunkel der Nacht verschwandst.
Von da an haben wir verdammt viel geschrieben. Unser erstes Thema handelte von einem Typen, der dich die ganze Nacht nicht in Ruhe gelassen hat. Bisher habe ich es dir nicht gesagt, aber ich war echt sauer auf den Kerl. Bin ich immer noch.
Ab diesem Abend wollte ich dich unbedingt wiedersehen. Ein paar Tage später, dieselbe Bank. Wir trafen uns wieder und ich musste mich echt zusammenreißen, damit ich dir nicht entgegenrenne und dich umspringe. Ich nahm dich wieder in den Arm und es war genau so schön, wie beim ersten mal. Du umarmtest mich so liebevoll und zart, dass ich den ganzen Tag nur noch lächelte.

Seitdem haben wir uns beinahe jeden Tag gesehen. Wir spielten Mariokart (naja, ich spielte, du hast geschummelt), haben uns in die Sonne gelegt, oder saßen einfach auf der Bank hinter dem Bahnhof und haben geredet. Wir fingen an, Händchen zu halten. Ich brachte dich zur Schule und holte dich von dort wieder ab. Ich habe sogar bei meinem Papa gewartet, bis du Pause hast und wir uns sehen können. Wenn auch nur kurz, war es das jedes mal wert.

Am 30. Mai warst du wieder bei mir und wir wollten uns noch mit 2 Freunden treffen. Um 14 Uhr sollten wir in der Stadt sein. Wir saßen auf meinem Bett und du hast angefangen mich zu kitzeln. Ich habe mich natürlich gewehrt und wir kämpften um Leben und Tod. Bis wir still hielten und uns in die Augen sahen. Ich wollte dich küssen, aber war mir so unsicher damit, dass ich meinen Blick abwendete. Wir kuschelten noch ein bisschen und es war mittlerweile 15 Uhr. "Gleich." und "Machen uns gleich fertig." schriebst du deiner besten Freundin im Minutentakt. Wir sahen uns wieder in die Augen. Du lagst auf dem Rücken und ich saß halb auf dir, beugte mich über dich und.. gab dir einen Kuss. Mein Herz lief auf Hochtouren. Mir wurde warm und alles fühlte sich so.. so richtig an. 20 Tage sind nicht lang, doch was hätte es geändert, wenn wir noch eine Woche oder zwei gewartet hätten? Ich war mir in diesem Moment schon absolut sicher, dass ich dich liebe. Unsere Lippen berührten sich noch einige Male, bevor wir dann endlich los gingen. 2 1/2 Stunden zu spät. Wir wurden im Park dann von ein paar Türken dicht gelabert und gefragt, wie lange wir schon zusammen seien. Der Tag endete und du musstest nach Hause. Dein Vater hat dich vor unserer Haustür abgeholt. Bevor wir dort waren, blieb ich noch einmal stehen, um dir noch einen Kuss zu geben. Du wolltest sofort danach schon weiter, aber ich hielt dich fest und bat dich, zu warten.

Die drei Worte, die ich dir sagte, malten dir das schönste Lächeln auf, dass ich jemals auf deinen Lippen gesehen habe.


Du bedeutest mir so unendlich viel. Du bringst mich zum Lachen. Du schenkst mir dein Vertrauen. Du beißt mir in den Arm. Du stolperst über nicht vorhandene Hindernisse. Du klaust Dinge für mich aus dem Kunstunterricht. Du hörst mir zu. Du erzählst mir von dir. Du wendest den schlechtesten Tag wieder zum Guten. Du bist ein Engel.


Egal, welches Ziel du anstrebst. Egal, welchen Weg du einschlägst. Ob du traurig bist oder strahlst. Ich stehe immer hinter dir und gebe mein bestes, dich zu verstehen und dir dabei zu helfen, dein Ziel zu erreichen.


Du wirst mir die nächsten Tage sehr fehlen. Aber umso mehr freue ich mich auf unser wiedersehen.


Ich liebe dich, meine Kleine. ♥


"Du schaffst es, dass meine Seele lächelt, nicht nur mein Gesicht." 

Samstag, 1. Juni 2013

Der Sonne folgt Regen und dem Regen die Sonne.

Der Titel passt zum Wetter, genau wie er zum Leben passt.
Mal läuft es gut, dann schlecht und dann wieder besser.

Ich habe ihn gewählt, weil er mich gerade extrem an die vergangenen Jahre meines Lebens erinnert. Die Schule war meist sonnig, bis Wolken den Himmel bedeckten und es langsam anfing zu nieseln. Damals habe ich das Donnern des Sturmes noch nicht wahrgenommen. Ein knappes Jahr später ging es dann los. Aus den Tropfen wurde ein Gewitter, das ewig anzuhalten schien. Zwischendurch haben sich die Wolken mal für einige Tage verzogen, aber sind nie ganz verschwunden. Kurz bevor ich in die Klinik ging, fing ein Taifun an zu toben, wie ich es noch nie erlebte. Schwer und durchnässt schleppte ich mich weiter, suchte nach Schutz. Ich fand ihn. Eine kleine Hütte, die wohl bald nicht mehr stehen würde. Rostig, alt und nass stand sie dort. In ihr wartete ich einige Wochen. Manches mal brach ein Stück des Daches weg und ich wurde für kurze Zeit wieder dem Regen ausgesetzt. Mir wurde kalt. Doch gleichzeitig wurde das Unwetter schwächer. Es verlor an Macht, die es über mich hatte. Als das Haus ganz in sich zusammenfiel, war der Horizont fast frei von Wolken. Ich wartete noch einen Augenblick, bis die Sonne durch kleine Löcher in der dicken Schicht über mir zu sehen war. Dann machte ich mich auf den Weg und bald verschwanden die Wolken komplett. Der Himmel war blau und meine Haut wurde in Zusammenarbeit von Wind und Wärme getrocknet.

Von damals bis jetzt gab es noch einmal so eine Phase. Und, wie es jetzt aussieht?
Die Sonne scheint. Ich habe ein paar wunderbare Freunde. Auch sitzt an dem Tisch, über den ich vor ein paar Monaten schrieb, wieder jemand, der mir Gesellschaft leistet und den ich liebe.

Also kurz und knapp: Ich liege in einer Hängematte unter Palmen, halte ein Glas mit Whiskey in der Hand und es sind 30°C im Schatten.