Puh, lange nicht mehr hier gewesen. Ein kleiner Schritt in die Vergangenheit. Durch das Erlebte scrollen, was mich so zerrissen und gleichzeitig aufgebaut und am Leben gehalten hat. An manchen Tagen vermisse ich das Schreiben. So wie auch heute.
Seit ein paar Jahren habe ich all den Mist verschluckt und in irgendeinem Teil meines Gedächtnisses verkalken lassen. Versteckt, aber vieles davon ist noch dort und raubt mir Platz für die guten Dinge. Möglicherweise war es eine miese Idee, diesen Blog zu schließen. Ihn als Sammelsurium schlechter Momente zu sehen. Vielleicht ist das hier einfach der richtige Ort für mich, an dem ich das alles ablegen kann. Manches kann ich hier versenken, anderes weiterleben lassen und eine Bühne schenken. Je nachdem, was ich möchte.
Also lasse ich jetzt mal etwas hier leben.
Ich bin seit 9 Monaten Vater eines wundervollen Jungen. Er gibt mir jeden Tag unzählbar schöne Augenblicke. Wie er sich von diesem zerbrechlichen Würmchen ohne jegliche Fähigkeiten zu dem entwickelte, der er heute schon ist. So vieles hat er gelernt, erlebt und meine Güte, er wächst wie Unkraut. 10, sich manchmal weigernde, Kilo auf dem Arm zum Schlafen zu bekommen, ist hartes Training. Vom mangelnden Schlaf und den Rückenschmerzen mal abgesehen, verlangt das ganze auch einiges an psychischer Belastbarkeit. Und ich bekomme es hin. Mit ihr zusammen auf jeden Fall. Allein wäre ich manches Mal ziemlich aufgeschmissen, aber das wäre wohl jeder andere auch. Wir sind eine ganz kleine, ganz eigene Familie und das ist ein unglaubliches Gefühl. Endlich kann ich etwas bewegen. Ich kann endlich zu großen Teilen einen Fick darauf geben, was meine Eltern mir alles angetan haben. Wegen des Kleinen habe ich sogar wieder sporadisch Kontakt mit meiner Mutter. Und das ist okay so. Solang sie mit ihm nicht dasselbe tut, wie mit mir, werde ich meinem Sohn nicht seine Oma verwehren. Er soll es gut haben. So gut, wie ich es ihm ermöglichen kann. Und im Gegenzug schenkt er mir so viel Leben. Mit seinem Lachen, seinem unverständlichen Geplapper, dem Kuscheln und diesen kleinen Momenten, wenn er sich einfach nur nach mir umdreht und sich freut, mich zu sehen. Es erwärmt mein Herz jedes Mal auf's Neue so sehr und tut so gut. Für ihn bin ich einfach Papa, der da ist, ihn zu Bett bringt, mit ihm spielt und ihm Brei in den Mund steckt. Mehr braucht es nicht, damit mich dieser kleine Mensch liebt. Einfach so.
Anfangs musste ich mich daran gewöhnen. Familie war meistens etwas eher hierarchisches als liebevolles für mich. Aber er wird es anders erfahren. Er wird in einem Zuhause aufwachsen, in dem er Liebe, Vertrauen und Respekt findet. Ich werde ihn nicht allein lassen. Ich werde ihm zuhören, wenn er etwas zu sagen hat. Und ich werde ihn in den Arm nehmen, wenn er nichts zu sagen hat.
Weil er es von Anfang an verdient. Weil jeder es verdient, von seinen Eltern geliebt zu werden. Das ist mein bedingungsloses Geschenk, welches ich ihm Tag für Tag mitgebe.
Bis ich irgendwann nicht mehr bin. Doch ich hoffe, er hat dann eigene Familie oder die tollsten Freunde um sich und ist dann nicht allein. Ich liebe ihn über alles. Bis zum Schluss.
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