Hallo Opa. Wie geht es dir?
Du bist schon eine ganze Weile weg. Und man merkt es jeden Tag. Ich frage mich, seit ich hier wohne, wie es wohl wäre, wenn du noch da wärst. Du hast dir immer gewünscht, mehr von uns zu hören und öfter was zu unternehmen. "Wollen wir nicht mal wieder zu McDoof? Du hast noch eine Einladung offen." "Tut mir leid Opa, ich bin auf dem Sprung. Gern ein anderes Mal."
Schätze, jetzt ist es zu spät, um das Angebot anzunehmen. Ich bereue es, dass ich mir die Zeit für dich nicht einfach genommen habe. Mir war die Vergänglichkeit der Familie nicht bewusst, bis du ins Krankenhaus kamst. Ich habe nicht einmal daran gedacht, dass es so schnell passieren kann. Gerade bei dir. Du warst immer so unverwüstlich. Und selbst jetzt merke ich noch irgendwie, dass du hier gelebt hast und dein Herzblut dafür gegeben hast, dass es schön ist.
Es kommen immer noch Briefe für dich. Rechnungen und irgendwelche Zahlungen, obwohl alle wissen, dass du nicht mehr hier wohnst. Idioten, oder? Du würdest die wahrscheinlich einfach zerreißen und in den Müll werfen, wenn du noch da wärst. Es scheint eine Ewigkeit ohne dich vergangen zu sein. Gleichzeitig fühlt es sich an, als hätte ich dich vor ein paar Tagen das letzte mal in den Arm genommen. Dennoch fehlst du sehr. Ich habe es geliebt, am Wochenende beim Frühstück mit dir Kreuzworträtsel zu lösen. Es schien immer so einfach, als du sie gemacht hast. Du kanntest wahrscheinlich schon alle Fragen und Lösungsmöglichkeiten auswendig, gib's zu. :)
Oma, Tomas und ich kommen dich später besuchen. Ich freue mich, dich zu sehen. Wir können dann ja noch ein bisschen reden, wenn du Lust hast.
Ich habe dich lieb, Opa. Bis nachher. ♥
Du kannst ihn jeden Tag besuchen, ein glitzernder Stern mehr am Himmel, der dich beim Quatsch machen beobachten kann. ♥
AntwortenLöschen