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Sonntag, 2. September 2012

Wolken zieh'n vorbei.

Aus Angst wird Schmerz. Aus Schmerz wird Wut. Aus Wut dann endlich Hass. Es tut nicht mehr weh, nicht lang. Die Maske aufgesetzt und raus ins Leben. Die Wolken ziehen vorbei, ein neues Buch wird geschrieben.
Der Weg führt durch menschenleere Straßen, vorbei an zerstörten Häusern, in denen einmal Erinnerungen wohnten, die zusammenbrachen wie ein Glas, das einem vor Schreck aus der Hand fällt. Die Scherben liegen noch immer dort und werden auch liegen bleiben.

Es geht weiter, ich versuche den Wolken zu folgen. In der Hoffnung, dass sie mir den Weg zeigen, den ich gehen soll. Der Weg ist nicht mehr fest. Die Straße wurde verlassen und ich laufe durch Schlamm. Diese Wege sind mir nicht bekannt und dennoch gehe ich ihren Pfad. Flehend sehe ich mir die Wolken an, die gerade dabei sind sich aufzulösen. Meine Lippen formen die Worte "Bitte nicht.". Ich bin allein. Nicht einmal ein zwitschernder Vogel ist zu hören. Es kostet mehr Kraft diesen Weg zu gehen, als man durch seine Willensstärke bekommt. Eine endlose Zeit laufe ich auf diesem Pfad, den man mittlerweile nicht einmal Weg nennen kann. Schlamm, übler Geruch, Hunger und stechende Schmerzen. Die Straße schon lang nicht mehr in Sichtweite, erblicke ich einen Prinzen, der noch schwärzer ist, als sein Thron auf dem er sitzt. Ich gehe vorsichtig auf ihn zu, höre Stimmen in der Nähe. Sie rufen nach mir, wollen mir helfen. Die Hilfe kommt genau rechtzeitig, weit hätte ich nicht mehr laufen können. Ich gehe schneller auf den Mann zu. Ein paar Schritte vor dem Thron bleibe ich stehen und die Stimmen verstummen augenblicklich. Der Prinz hebt sein Haupt. Keine Augen. Keine Nase. Nur eine Fratze, die man nicht mehr als Mund erkennen kann. Ich bleibe stehen, sehe mir seinen Thron an. Er schimmert in der Sonne, die langsam untergeht und sich für heute von der Welt verabschiedet. Er steht langsam auf, bewegt sich auf mich zu. Wie eingefroren bleibe ich stehen und versuche mich meiner Angst zu stellen. Er ist beinahe doppelt so groß wie ich und beugt sich zu mir herunter, sieht mir ins Gesicht, obwohl ihm die Sinne dazu fehlen. Mein Körper fängt an zu zittern und ich sage ihm, dass er mich allein lassen soll. Er hört nicht auf mich, bewegt sich weiter lautlos um mich herum. Was er vor hat, weiß ich nicht. Warum er hier sitzt, weiß ich auch nicht. Aber ich weiß, warum niemand hier ist, nicht einmal eine Fliege. Er reißt mich aus meinen Gedanken, als er vor mir steht und ein breites Grinsen seine Fratze ziert. Im nächsten Moment packt mich etwas an den Füßen und zieht mich nach unten.


Stille.





Es ist kalt und ich möchte nach Haus. Wieder in die Stadt, in der einst so viele Erinnerungen durch die Gassen schwebten. Aber es ist zu spät. Es gibt kein zurück. Diese Zeiten sind vorbei und niemand wird etwas hiervon erfahren.

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