Gestern noch meine Mutter, heute bin ich es, der mein Blut zum Kochen bringt. Ich kann gerade mein eigenes Spiegelbild nicht mehr sehen. Schon immer vergaß ich verdammt oft Dinge. Schon immer war ich mehr verplant, als dumm. Ich dachte, dass diese Zeit vorbei sei und ich wichtige Dinge nicht mehr verdränge. Doch das ist ein Irrtum. Genau so vergesslich und ängstlich, wie der Junge vor 12 Jahren, der auf die Grundschule geht und sogar seinen Rucksack dort vergisst. Mein Gedächtnis siebt so unglaublich vieles aus, das wusste ich schon immer. Aber, dass es immer noch so schlimm ist und mittlerweile schon dazu führt, dass ich Menschen enttäusche und verletze, die mir wichtig sind, geht zu weit. Ich hasse mich in diesem Moment so sehr, wie schon lange nicht mehr. Jeder kommt mit irgendwem in seinem Umfeld nicht klar, ob es ein Arbeitskollege ist, oder der Nachbar. Aber nur wenige kennen das Gefühl, sich selbst zu verabscheuen. Dafür, dass man einfach so ist, wie man ist. Viele Gründe dafür, dass ich mich nicht ausstehen kann, habe ich bereits abgeschafft. Doch es gibt immer noch welche, die ich nicht ändern kann. Ich kann nicht anders, mein Gedächtnis steht mir dabei wie ein Bollwerk im Weg, an dem jeder zweite Gedanke früher oder später verreckt.
Aber, dass ich jetzt sogar einem Menschen damit weh tue, ist echt was neues.
Langsam komme ich auf einen gemeinsamen Nenner, wieso ich so viel vergesse.
Weil ich so bin. Weil mein Inneres so tickt.
Es tut mir sehr, sehr leid.
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