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Donnerstag, 7. Februar 2013

Wie ein Kind, das im Augenblick ertrinkt.

Sie fragt nicht, wie es mir geht. Sie fragt mich, ob ich kurz Zeit habe. Sie fragt nicht, warum ich nachts nicht schlafen kann. Sie beschwert sich über ruhelose Nächte. Sie fragt nicht, warum ich mich in letzter Zeit immer öfter hinter zugezogenen Gardinen verkrieche. Sie würde lieber lesen. Sie fragt nicht, wie mein Tag war. Sie hat selbst genug zu tun. Sie fragt nicht, wie meine Woche war. Sie erzählt lieber davon, dass sie am Wochenende weg geht. Sie fragt nicht, warum ich kaum noch rede. Nein, sie merkt nicht einmal, dass ich mich wieder schneide.


Es tut weh, nicht zu wissen, was mit einem falsch läuft. Klar, ich habe Depressionen und das auch nicht erst seit einer Woche oder zwei. Aber wieso? Warum genau bin ich davon betroffen? Solche Fragen brennen einem die Seele aus dem Leib. Was habe ich getan, dass ich von so etwas geplagt werde?

Der Weg nach unten ist nicht sehr weit. Man geht ein paar falsche Schritte und ist angekommen. Wieder nach oben zu kommen ist dagegen ein monatelanger Fußmarsch durch die Hölle und das völlig nackt. Mit Glut unter den Füßen, bewegt man sich auf sein Ziel zu. Endlich wieder 'normal' zu sein. Mit einem stechen in der Brust, als könne man, dank der verrußten Luft, nicht mehr atmen. Und egal, wie weit man den Blick hebt, es ist kein Licht zu sehen. Ich weiß ganz ehrlich nicht, wohin ich laufe. Ich gehe einfach vorwärts, um endlich einen Ausweg aus diesem realen Horror zu finden, der mich immer mehr einnimmt. Es kommt ohne zu fragen und randaliert dann in meinem Kopf, als wäre alles seins. Dann verzieht es sich wieder, bis man wieder anfängt, die Trümmer wegzuräumen. Dann, von jetzt auf gleich, springt es wieder in den Kopf und fängt von vorn an.

Das alles macht mich verrückt.. Vielleicht ist es das.. vielleicht bin ich einfach nur verrückt und gar nicht krank.


Ich bin mir nur in einer Sache wirklich sicher - Dass ich am Ende bin. Ich kann nicht mehr aufstehen, egal wer, oder was mir zu helfen versucht.

4 Kommentare:

  1. Der Teil mit der Hölle ist so verdammt gut geschrieben.. ! Respekt;)

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  2. Du beschreibst es so exakt. Vielleicht stehst du doch noch auf, vielleicht gibt es doch noch Hoffnung.

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    1. Vielen Dank für deine Worte. :)
      Ich kämpfe weiter, aufgeben ist für mich nicht drin. Nicht noch einmal.

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