Ich weiß, dass ich Menschen verletze. Ich weiß, dass es nicht richtig ist. Ich weiß, dass sie nicht einmal etwas dafür können.
Und es trifft die, die mich lieben und mir helfen wollen. Alle anderen lassen mich in Ruhe, wenn ich sie darum bitte. Doch im Moment will ich einfach nicht reden. Am besten mit niemandem. Nicht ein Wort. Nur eine Person weiß, was überhaupt los ist. Vielleicht wartet sie ja auf diese Zeilen von mir und liest sie. Ich hoffe, sie kann mich dann besser verstehen..
Beschissene Umstände wühlten alles auf und machen es in meinem Kopf wieder aktuell. Ich sehe die Blicke, höre Worte und spüre Tränen auf meinem Gesicht, obwohl keine fließen. Situationen aus vielen Jahren jagen die Gefühle, die mich lächeln lassen und erwischen sie nach einem erbitterten Kampf um Leben und Tod. Speere durchbohren sie, eines nach dem anderen. Mittlerweile ist dort nichts mehr. Freude und Glück sind ausgerottet. Gedanken blockiert. Es tut nur noch weh. Es ist, als wäre ich wieder dort, wo ich vor 8 Jahren war. Ich weiß, dass diese Zeit längst vorbei ist, doch verhalte ich mich genauso wie damals. Es ist, als würde ich einen Film sehen, in dem ich einmal die Hauptrolle spielte. Doch gab es damals kein Happy End.
Ich fing an, mich selbst zu hassen. Dafür, dass ich ständig versagte. Dafür, dass ich anders war, als die anderen. Mir war es nicht wichtig, welche Kleidung ich trage und was andere von mir halten. Das bekam ich dann auch zu spüren. Worte, die mir heute noch im Herzen brennen, wenn ich an sie denke. Ich wurde herumgeschubst, ausgelacht. Blicke bereiteten mir Schmerzen.
Zuhause ging es weiter. Ich schloss mich ständig in meinem Zimmer ein, um meine Ruhe vor allem zu haben. Niemand fragte danach, was denn los sei. Das machte mich damals wütend. Ich habe sie gehasst. Alle, die über mich lachten. Alle, die nicht danach fragten, warum ich so rote Augen hatte.
Ich war komplett auf mich allein gestellt. Ein Mensch kennt keine Einsamkeit, wenn er sowas nicht erlebt hat. Wenn niemand da ist, der mit dir spricht.
Mit der Zeit staut sich eine gewaltige Menge Hass an. Als wir in der Schule über Amokläufe sprachen, habe ich diese Menschen nicht verurteilt. Ich konnte verstehen, was in ihren Köpfen vorgeht. Aber das war nicht meine Art. Sowas kam für mich nicht in Frage.
Ich schluckte den Schmerz. Atmete meinen Hass tief ein und lies ihn nicht raus.
Irgendwann aber wird das alles zu viel. Man explodiert in einer schwarzen Wolke aus Wut und verfällt in eine Art Blutrausch. All das, was mir angetan wurde, wollte ich denen zurückzahlen, die dafür verantwortlich sind, dass es dazu kam. Doch in diesem Rausch unterscheidete ich nicht zwischen Freund und Feind. Es traf ausnahmslos ALLE, die meinen Weg kreuzten oder mich nur dumm ansahen. Freunde, Familie, Bekannte, Fremde, Gegenstände. Ich zerstörte Gemälde und Gefühle gleichermaßen. Zerriss Bücher, warf Gläser durch den Raum und schnitt Löcher in Kleidung, bis es nach und nach abklang. Ich fing danach oft an zu weinen. Und niemand hörte meine Tränen auf den Boden schlagen.
Im Moment fühle ich mich wieder so wie zu dieser Zeit. Nur, weil diese ganzen Gedanken wieder hoch kamen und sich in meinem Kopf verankert haben.
Ich hasse gerade alles und jeden. Nur bricht dieser Wutanfall nicht aus, wenn das Fass überläuft, sondern wahllos. Ein falsches Wort kann mich zum explodieren bringen. Hoffnung, die nicht erfüllt wird. Eine Absage. All das reicht im Moment, um mich in den Wahnsinn zu treiben. Und dann ist es, als würde mich jemand anders steuern. In meinem Kopf weiß ich ganz klar, dass ich gerade der letzte Hurensohn bin. Ich denke daran und spreche im gleichen Augenblick Worte aus, die ich niemals zu einem Menschen sagen würde, der mir so viel bedeutet. Es ist wirklich wie ein Film der vor meinen Augen abläuft. Ich höre ihn, sehe ihn, doch meine Gedanken laufen gleichzeitig ganz anders ab. Und ich kann nichts machen. Wenn ich versuche, es abzublocken, dann kann ich für einen Moment das Drehbuch umschreiben. Aber das bringt meistens auch nichts mehr. Dazu ist es dann zu spät.
Ich bin vor 3 Stunden in diesen Rausch gefallen und bin da immer noch nicht wieder richtig raus.
Aber zumindest bin ich wieder ich. Irgendetwas ist in mir. Und das will ich loswerden.
Es tut mir leid, dass ich dieses Monster in mir trage. Ich wünschte, ich hätte es damals erlegt.
Es tut mir wahnsinnig leid...
Hass ist nur der Anfang. Und Tränen beenden es. Es war schon immer so.
Weil alles bricht, am Lauf der Zeit, will ich, dass du mein Freund, meine Geschichten kennst.
Donnerstag, 28. Mai 2015
Samstag, 16. Mai 2015
Rest in pieces
Ich hoffe einfach nur, dass du Schmerzen hast. Morgens, mittags, abends. Ich hoffe, du kannst nachts nicht schlafen. Ich hoffe, dir geht es schlechter, als mir es jemals ging. Fick dich.
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